Ist das Leben als Selbständige wirklich vereinbarender, Franziska Bründler?

Franziska Bründler, 43, lebt mit ihrem Mann Longin und ihren zwei Kindern Finn (6) und Florence (4) in der Stadt Luzern. Sie gründete im Jahr 2008 das Design Label Fidea Design, ist Initiantin der Designmesse DesignSchenken und berät Firmen und vor allem soziale Institutionen im Bereich Vertrieb, Marketing und Design.
Fidea Design
DesignSchenken
Text: Tadah
Bild: Franzi Heinl
Franziska, Du bist Gründerin, Initiantin, Beraterin und Mutter. Wo starten wir?
Vielleicht dort, dass ich schon während meines Studiums der Publizistik und BWL eher an einer der vielen Designveranstaltungen als an der Uni anzutreffen war. Ich liebte zudem auch all meine Nebenjobs, lebte im pulsierenden Kreis 4 und war unglaublich viel unterwegs. Am Ende machte ich mein Lizenziat im Bereich Medienökonomie.
Bei all der Euphorie gab es natürlich auch einige Tiefs und ein paar Träume, die platzten. Was mir aber immer blieb, waren meine verrückten Ideen und Visionen.
Fidea Design war so eine Vision?
Fidea Design gründete ich eher per Zufall. Während meiner Uni-Zeit lernte ich viel über die Herausforderungen in der Branche: Über hochwertiges Handwerk, Produktionen aus sozialen Institutionen, aber auch über die Kehrseite der Medaille: die billige Massenware aus Fernost, die oft unter prekären Umständen hergestellt wurde und noch immer wird. So begann ich, über alternative und eben auch nachhaltige Produktionsmöglichkeiten nachzudenken.
Eine Freundin schenkte mir etwas später einen «MonoLux», einen magnetischen Kerzenhalter, welcher in der Stiftung Züriwerk gefertigt wurde. In derselben Nacht schrieb ich den Gestaltern des MonoLux – der Familie Springer – eine E-Mail mit dem Vorschlag, dass ich die Lizenz für das Produkt übernehmen und dieses weiter produzieren würde.
Gesagt, getan: Einige Wochen später war meine GmbH gegründet und ich schrieb einen Businessplan. Die Idee: Designprodukte aus sozialen Institutionen vertreiben. Die Bürgschaftsgenossenschaft Saffa half mir dann, die erste Produktion zu finanzieren. Ich war so voller Tatendrang und liess mich von niemandem stoppen.



So kennt man Dich…unstoppable.
Ich hatte also ein Produkt und rannte in jeden Laden und fragte, ob sie den MonoLux verkaufen würden… Bald waren 5’000 Stück abgesetzt.
Doch dann realisierte ich, dass ich dringend eine:n Designer:in brauche, um weiterzukommen, um weitere Produkte anzubieten.
In der Szene gab es enorm viele Menschen, die grossartige Ideen in ihren Schubladen hatten, diese aber nicht verkaufen konnten. Und so wurde ich zur Plattform für Produkte von Schweizer Kreativen. Dies funktionierte nicht schlecht, doch es fehlte der rote Faden in der Kollektion.
Nebenbei gründete ich noch die Designmesse DesignSchenken und organisierte diese in Luzern, meiner Heimatstadt.

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Machte sich das von Anfang an bezahlt?
Lacht. Natürlich nicht. Die ersten Jahre arbeitete ich immer noch in einem Nebenjob, um mich und die Firma über Wasser zu halten. Dann kam die Ernüchterung und mit ihr die Erschöpfung und mit der wiederum die Fragen: «Schaff ich das? Was will ich wirklich?» Nach vielen Ups and Downs, nach der Aussondierung von strategischen und finanziellen Möglichkeiten stand ich an einem Scheideweg: Aufhören oder professionalisieren?
Ich entschied mich, voll auf Fidea zu setzen. Die damalige Praktikantin Simone von Rickenbach ist heute Co-Geschäftsführerin von Fidea Design. Zusammen haben wir schon so viele Höhen und Tiefen durchgemacht, haben tolle Produkte und Projekte umgesetzt, sind viele neue Kooperationen eingegangen und haben zahlreiche Erfolgserlebnisse gefeiert: Von aussergewöhnlichen Kundengeschenken, über spannende Beratungsmandate bis zur Eröffnung unseres Stores an absolut bester Lage in Luzern.
Es gab aber auch personelle Enttäuschungen, Fehlproduktionen, arge Liquiditätsengpässe… Gehört halt alles auch dazu. Inzwischen gibt es Fidea seit 16.5 Jahren – nicht schlecht würde ich sagen.
Spannenderweise fragen wir uns aktuell auch grad wieder sehr intensiv: Wo wollen wir hin, was sind unsere Werte, was macht rein ökonomisch Sinn, und wo müssen wir allenfalls auch etwas Idealismus loslassen?
Fakt ist: Wir produzieren in der Schweiz Produkte, die nicht im Luxus-Segment zu Hause sind. Wir haben im Vergleich zu Produktionen aus dem Osten deshalb enorm kleine Margen und müssen viel tun, damit wir auf einen grünen Zweig kommen. Genau deshalb ist es so wichtig, unser Tun und unsere Prozesse immer wieder zu hinterfragen, zu optimieren und agil zu bleiben.
Und dann kamen die Kinder. Was veränderte die Mutterschaft?
Lange war nicht klar, ob ich überhaupt Kinder möchte. Doch dann kam tatsächlich der Kinderwunsch – und glücklicherweise auch der richtige Mann.
Finn kam 2017 auf die Welt. Just im Dezember, genau in der für uns strengsten Zeit vom Jahr. Florence folgte im April 2020, mitten im ersten Lockdown. Ich dachte, jetzt hätten wir gut geplant – April, da läuft stets wenig, ideal also für einen «Mutterschaftsurlaub». Dies war dann leider nicht der Fall. Da möchte man das Glück geniessen, doch vor der Geburt bricht Dein gesamtes Geschäft zusammen – all unsere Fachhändler:innen mussten schliessen und DesignSchenken wurde natürlich auch abgesagt.
Die Corona geschuldete Verunsicherung auf privater und beruflicher Ebene und die Verlustängste kumulierten sich zu einer heftigen postpartalen Depression, die aber niemand realisierte und ich souverän überspielte. Bis einfach nichts mehr ging, mich Panikattacken begleiteten und ich immer dieses Ziehen in der Herzgegend hatte, ich in Panik meinen Hausarzt anrief und dachte: Jetzt ist es vorbei mit mir. Er war die absolute Rettung, ein unglaublicher Segen, dass er mich durch diese Krise begleitete.


Heftig. Ein schreckliches Jahr also, dieses 2020.
Aber eine unglaublich prägende Erfahrung, die mich «besser» machte, klarer und bewusster. Ich musste einiges loslassen, vor allem auch Menschen, die bis dann von mir mit meiner offenen Art eher profitierten, aber in der Krise alles andere als präsent waren. Aber auch Ideen mussten losgelassen werden, weil einfach die Energie dafür fehlte. Ich war in der Gesellschaft kaum mehr aktiv, Abendevents waren eine Belastung. Es zählte nur die Zeit mit der Familie und das Überleben der Firma. Wenn ich zurückschaue, frage ich mich oft, wie wir als Familie das überhaupt geschafft haben. Die Antwort ist klar: dank einigen wunderbaren Menschen, die einfach da waren. Meine Mama kam beispielsweise oft zu uns nach Hause, zwang mich zum Schlafen und übernahm die Kinder.
Schlafentzug – die pure Folter.
Florence schlief die ersten drei Jahre sehr schlecht und ich damit auch. Sie weinte viel in der Nacht. Heute – einigermassen ausgeschlafen – weiss ich, dass Schlafentzug etwas sehr Schlimmes ist. Und doch war mir klar, dass wir sie nie weinen lassen würden, dass ich jede Nacht bei ihr bin, solange sie dies braucht. Dass ich, wie auch mein Mann, in dieser Zeit aber schlecht zu uns selbst schauten, ist eines meiner grössten Learnings.
«Dass ich in dieser Zeit aber schlecht zu mir selbst schaute, ist eines meiner grössten Learnings.»
Was hat sich beruflich verändert, als die Kinder dazukamen?
Früher arbeitete ich von 7 bis 19 Uhr und oft noch abends oder nachts. Sicherlich auch jedes Weekend. Ich arbeite unglaublich gerne und Fidea erfüllte mich, meine Geschäftskontakte waren und sind auch heute meine Freund:innen und ich konnte unglaublich viel Energie aus all den Projekten ziehen.
Dies liegt nun nicht mehr drin. Was gut ist. Auch wenn ich ab und zu etwas eifersüchtig andere Labels anschaue, die – so sieht es von aussen aus – so viel mehr erreichen als wir, weil die Inhaber:innen einfach viel mehr Zeit investieren können.
Phasenweise war mein Bürotag eher von 9 bis 16.30 Uhr, weil sich meine Prioritäten eben verschoben haben. Ich fühlte mich so ineffizient. Heute – mit Kindergarten und Schule hat mein Arbeitstag glücklicherweise wieder mehr Stunden. Am Wochenende arbeite ich vielleicht mal was, wenn es wirklich brennt. Doch man möchte ja eigentlich bei der Familie sein und viel Zeit mit ihnen verbringen.
Dies führt dazu, dass ich aktuell im Geschäft weniger leisten kann, mehr Personal brauche und sich dies auf die Zahlen auswirkt.
Sind die Kinder oft mit dabei?
Die Kids sind nun 4 und 6 und oft mit dabei. Beim Laden umstellen tragen sie Kisten ins Lager oder sie kommen mit zu Kund:innen. Wir leben dies als Familie – mein Mann hilft uns immer wieder bei allem möglichen – ob Löcher bohren im Laden oder Lieferungen ausliefern auf dem Weg zu seinem Arbeitsort. So wie auch meine Eltern und Schwiegereltern immer wieder mithelfen – wir sind definitiv ein Familienbusiness.
Ich glaube nicht, dass die Kinder darunter leiden – im Gegenteil – ich hoffe sehr, dass sie spüren, was es heisst zu arbeiten. Seit neustem erhalten sie einen Franken Lohn pro Stunde. So sind sie doppelt motiviert zu helfen und am Ende enorm stolz, wenn sie dafür Geld erhalten.
Im Büro schauen sie auch mal auf dem Beamer (wir haben keinen TV zu Hause, deshalb ist der Beamer hoch im Kurs) etwas auf YouTube und ich mache einige Minuten etwas ganz Dringendes.
Und wenn wir unseren kleinen Ateliershop auf der Lenzerheide umstellen, kommen sie natürlich mega gerne mit.


«Die Selbständigkeit passt zu mir, ich liebe die Flexibilität und ich liebe es, mit vollem Herzen dabei zu sein.»

Was macht die Selbständigkeit mit Dir als Frau, mit Dir als Mutter?
Die Selbständigkeit passt zu mir, ich liebe die Flexibilität und ich liebe es, mit vollem Herzen dabei zu sein. Inzwischen haben wir eine Grösse erreicht, die mich manchmal belastet. Wir haben 18 Personen auf unserer Lohnliste, da muss echt viel laufen, um Ende Monat alle Löhne zu bezahlen. Auch müssen wir inzwischen viel grössere Risiken in der Produktion eingehen. Welche Mengen wir produzieren und damit Kapital binden, ist auch nach 16 Jahren noch eine Gratwanderung. Diese Belastung lastet voll auf meinen Schultern. Ich habe zwar mit Simone eine tolle Sparringpartnerin, doch finanzielle Entscheidungen liegen bei mir. Dies führt zu schlaflosen Nächten. Wie auch die personellen Herausforderungen – die nehme ich nicht so easy hin.

Aber das kalte Wasser wird wärmer, indem man strampelt, oder?
Auf jeden Fall. Inzwischen bin ich besser geworden und kann einfacher damit umgehen.
Als Mama ist die Selbständigkeit ein Glück, ich musste nie just um 8 Uhr im Büro sein. Ich bin so flexibel und kann gut auch um 15 Uhr nach Hause, wenn es nötig ist, ohne dass ich irgendjemandem Rechenschaft ablegen muss.
Im Gegenzug – und dies muss ich echt noch lernen – kann ich mich unglaublich schlecht abgrenzen. Da kommt halt mal ein Anruf in meiner Mama-Zeit oder ich schaue auf meine Mails, während ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin und bin dann abgelenkt. Dies sind auch immer die schwierigen Tage, an denen ich nicht voll präsent bin bei meinen Kindern. Klar, dass sie das spüren. Und ebenso klar, dass es die Harmonie definitiv nicht fördert.


Du machst sooo vieles mit Fidea. Wann ist es zu viel?
Vor meiner Krise war es eigentlich selten zu viel. Seit 2020 weiss ich, dass dies nicht immer geht. Ich selbst spüre es, wenn mein Körper reagiert. Dann weiss ich: Stopp, jetzt brauche ich erdende Gartenarbeit, allenfalls noch eine Massage oder Yoga und früh ins Bett.
«Wir kennen es alle, es kommt immer noch etwas Wichtiges dazwischen oder es fällt einem enorm schwer, all die offenen Mails einfach zu vergessen und im Wald spazieren zu gehen…»
Eines ist klar: Zeit für mich als Franziska habe ich fast keine, diese muss ich mir sehr bewusst einplanen. Und wir kennen es alle, es kommt immer noch etwas Wichtiges dazwischen oder es fällt einem enorm schwer, all die offenen Mails einfach zu vergessen und im Wald spazieren zu gehen…
Es ist ein Lernprozess. Zuhause wägen mein Mann und ich ab, wer wann noch wie viel Energie hat und Zeit für sich braucht. Das ist nicht immer einfach. Wobei ich finde, das aktuelle Alter der Kinder ist viel einfacher als die Babyjahre.
Was treibt Dich an?
Es gibt da diese Momente, da kribbelt es in mir. Dies ist ein spezielles Gefühl und dann weiss ich, jetzt musst du genau hinhören, jetzt ist einer dieser Momente, die was Neues bringen.
Mich fasziniert es, Menschen zusammenzubringen und mit ihnen etwas Schönes zu gestalten, etwas Neues zu entwickeln. Mich reizt es aber auch, den Menschen etwas Neues zu bieten, sie zu überraschen und sie zum Lächeln zu bringen.
Ich mag neue Projekte, die mich immer wieder fordern und fördern… Kürzlich sagte ich zu einer Freundin, die eine klassische Corporate Karriere macht, dass ich das Gefühl hätte, dass ich stehen geblieben sei. Dass ich keine Zeit für ein MBA hatte und auf dem Arbeitsmarkt wohl nicht mehr attraktiv wäre. Sie lachte so laut, dass ich irritiert war, und sie meinte: Du machst dir solche Gedanken? Du mit Deiner Power, Deinen Ideen, Deiner Umsetzungskraft und vor allem Deiner Erfahrung – damit ist kein MBA zu vergleichen! Dies tat gut – kommen doch ab und an die Selbstzweifel hoch, speziell wenn man sich mit anderen vergleicht.
Aktuell spüre ich, dass ich Lust habe, neue Welten zu sehen und diese strategisch zu begleiten. Ich bin nun seit zwei Jahren Stiftungsrätin der Josef Müller Stiftung Muri und der Stiftung Agrovision Burgrain, und dies macht mir grossen Spass. Es tut mir gut, mit neuen Menschen Projekte und Ideen umzusetzen und auf der Strategie-Ebene zu begleiten.
Als nächstes kommt die Verwaltungsrätin Franziska?
Auch wenn in meinem Leben dann noch etwas on top käme und alles eventuell noch unvereinbarender wird, aber es wäre ein neuer Challenge, welcher mir als teilweise einsame Unternehmerin neue Impulse, spannende Aufgaben und positive Energie geben würde.
Speaking of Energien: Wie führst Du so ein Unternehmen konkret als Teilzeit arbeitende Mutter?
Die grösste Herausforderung ist die nahtlose Kinderbetreuung. Wir haben das grosse Glück, dass drei Grosseltern in unmittelbarer Nähe wohnen, mein Mann an drei Halbtagen von zu Hause aus arbeitet und ich die Kids auch einfach mal mitnehmen kann. Sprich: Ich kann mich recht gut organisieren. Doch es ist trotzdem oft ein Jonglieren.
Aber: Mein Mann ist hauptberuflich als Chiropraktiker tätig. Sein Praxisalltag ist vollgepackt mit Patiententerminen, was im Hinblick auf die ausserordentliche Kinderbetreuung – sprich – wenn sie mal krank sind – wenig Spielraum zulässt. Dafür übernimmt er unglaublich viel im Haushalt und versucht, mir in der praxisfreien Zeit den Rücken so gut wie möglich frei zu halten.
Ich versuche, fix zwei Tage im Büro zu sein, einen Vormittag im Laden, und an einem Tag in der Woche bin ich beratend oder für Projekte tätig. So komme ich ca. auf ein 70% Pensum.
Wie sieht es mit Deinem Mental Load aus?
In einem Interview wurde ich mal als «Madame Wirbelwind» bezeichnet. Dies ist enorm passend – doch jetzt muss ich nebst meinen Projekten ja auch noch an alle To dos meiner Kinder denken – noch schwieriger, alle Bälle in der Luft zu halten. Aber dann fällt halt mal einer runter. So be it.
Was mir enorm hilft: An zwei Tagen übernimmt mein Mann den Lead zu Hause. Sprich: ich muss nicht ans Turnzeug oder an den Zeigi-Tag denken. Dann kann ich frühmorgens aus dem Haus und weiss, es funktioniert auch wunderbar ohne mich.





Braucht es spezielle Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen oder eher für Familien?
Eigentlich ist es ja ein Vorteil, seine eigene Chefin und Mama zu sein. Die Freiheiten, die ich habe, vor allem die zeitlichen, sind ein riesiges Privileg. Ich denke, der Zeitpunkt der Gründung und der Business Case sind enorm wichtig.
Ich habe mich selbständig gemacht, bevor ich Kinder hatte, Fidea war 9 als Finn zur Welt kam und konnte – symbolisch gesprochen – schon laufen und ist jetzt voll im Teenageralter.
Eine Firma zu gründen, wenn die Kids ganz klein sind, finde ich enorm happig. Es braucht ein grosses Engagement in der Start-up-Phase. «Selbst und ständig» – wir kennen alle den Spruch, man ist immer dran und muss unglaublich viel liefern, um eine Firma zum Fliegen oder zumindest zum Laufen zu bringen bzw. zu halten. Ich hätte die Energie mit zwei kleinen Kids nicht gehabt.
Und dann ist da auch immer die Gefahr, dass man sich so nebenbei selbständig macht, weil es grad einfacher ist, als angestellt zu sein. Dies ist eine Lösung, doch die Gefahr, vom Partner oder der Partnerin finanziell abhängig zu sein, ist unter diesen Umständen sehr gross. Gerade in meiner Branche ist es dann oft das Hobby – nebenbei noch so ein Lädeli oder ein kreatives Label führen. Deshalb ist die Frage nach dem Business Case so wichtig: Wie verdiene ich mein Geld und wie viel muss und will ich verdienen, um über die Runden zu kommen und für das Alter vorsorgen zu können? Ich beobachte oft die Super-Verdiener:innen, die sich selbständig machen und dann merken, wie schwierig es ist, dass man auf seinen alten Lohn kommt… Ausser man hat eine sensationelle Nische gefunden. Roland Brack sagte kürzlich in einem Interview in der Luzerner Zeitung: «Im Handel verdient man das Geld nicht so einfach». Wie recht er hat.


Welches sind Deine drei wichtigsten Tipps für Frauen / Mütter, die wie Du ein Unternehmen gründen möchten.
- Hab den Mut, Deine Ideen umzusetzen. Hab die Ehrlichkeit, die Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und habe die Ausdauer, auch schwierige Momente zu meistern. Auch wenn der Weg steinig ist oder wirkt, wenn Du ihn nicht gegangen bist, weisst Du nicht, ob es der richtige für Dich war.
- Hör auf Dich, Deinen Körper, Dein Herz und Deine Seele – und schau zu Dir. Nur wenn es Dir gut geht, geht es auch Deiner Familie und Deiner Firma gut. So banal es klingt, aber ohne Selbstliebe wohl auch keine erfolgreiche Selbständigkeit.
- Umgib Dich mit Menschen, die Dich unterstützen in Deinem Tun, die an Dich glauben, die ehrlich sind (auch mal mit kritischen Fragen), die Dich fördern und fordern, die Dir gut tun. Und vergleiche Dich nicht mit zu vielen anderen. Aussen sieht es oft anders aus als innen. Wichtig ist, dass Du weisst, dass Du Dich auf Dich und Dein Umfeld wirklich verlassen kannst und nach Lösungen suchst, nicht nach Problemen!
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