… Mama-Burnout: Was Mütter alles leisten.

Ob Fulltime Mom oder Working Mom: So oder so, der Mama-Job ist besonders mit Doppelbelastung manchmal hart.

Wer seine Zeit zwischen Kindern, Arbeit, Haushalt und Beziehung aufteilt, gerät schnell ins Hamsterrad der unendlichen To-dos. Einmal darin gefangen, ist es schwer, den Ausgang zu finden – denn «es läuft» ja. Care-Arbeit ist meist immer noch Frauensache. Laut dem Bundesamt für Statistik investierten 2021 Schweizer Mamas bei der Kinderbetreuung rund die Hälfte mehr Zeit als Papas. Dito bei Hausarbeiten. Da überrascht nicht, dass das aus Manager:innenkreisen bekannte «Burnout» immer mehr Müttern diagnostiziert wird. Woran liegt das und wie schützen wir uns davor, im Familienleben auszubrennen?

Mehr als «Mental Load»
Kinder zu haben ist das Schönste der Welt – und das Herausforderndste. Die Mutterschaft kann phasenweise eine heftige Belastungsprobe sein. Wer 24/7 mit Liebe und Hingabe für andere „on“ ist, den Familienalltag organisiert, auf Me-Time verzichtet, vielleicht auch noch Geld verdienen geht und möglicherweise dazu ein oder mehrere Kinder stillt, muss eine Super Woman sein. Doch was, wenn die Superkräfte der Heldin aufgebraucht sind und sie am liebsten ihr Cape schmeissen will? Meist gesteht sie sich das selbst nicht ein und beisst sich weiter durch…bis zur totalen Erschöpfung.

«Das Hauptmerkmal eines Burnouts: der Verlust der Erholungsfähigkeit.»

Perfektionismus als eine der Ursachen.

Es gibt diverse persönliche Gründe, warum frau in ein Burnout schlittert. Einer davon kann eine durch Hormone oder Geburtstrauma ausgelöste postnatale Depression sein, die unbehandelt möglicherweise die Basis fürs Burnout legt. Die Transformation vom Mutterwerden zum Muttersein ist ein hormoneller und psychischer Prozess, der seine Zeit benötigt. Doch viele Mütter werten sich selbst ab, wenn sich nicht direkt nach der Geburt oder im ersten Babyjahr die erwarteten Glücksgefühle einstellen – wenn z.B. eine Geburt traumatisch verlief. Das verursacht bei Frauen zusätzlich Stress. Müssen sie obendrauf nach nur 14 Wochen Mutterschaftsurlaub wieder im Job auf der Matte stehen, ohne das Erlebte verarbeitet zu haben oder in ihre neue Rolle als Mama hineingewachsen zu sein, schieben sie das Unverarbeitete möglicherweise erstmal unter den Teppich. Später kann sich das als Burnout manifestieren.

«Je höher die Erwartungen an das eigene Elternsein, desto grösser die mentale Belastung.»

 

 

Doch hinter einem Burnout steckt nicht immer ein dramatisches Erlebnis. Der normale Alltag ist Herausforderung genug. Das Erschöpfungssyndrom kann somit auch ganz unabhängig vom Alter der Kinder auftreten. Besonders wer zu Perfektionismus neigt, hat eine stärkere Tendenz für ein Burnout. Viele Frauen gehen über ihre Grenzen, weil sie (vielleicht ganz unbewusst) denken, sie müssten dem Idealbild der perfekten Familie oder der aufopfernden Mutter entsprechen. Sie wollen eine Mutter sein, die «alles im Griff» hat: Erziehung, Haushalt, Job, Partnerschaft und das eigene Äussere. Und vergessen sich dabei komplett selbst. Dazu plagen sie Schuldgefühle, dieses oder jenes nicht ihren Vorstellungen entsprechend erledigt zu haben oder sich als Mama wider Erwarten nicht glücklich zu fühlen. All das gepaart mit konstantem Schlafmangel.

Auch die Qualität der Partnerschaft, die Erziehungspraktiken und die Persönlichkeiten der Betroffenen sind weitere Faktoren, die als Auslöser für ein Mama-Burnout eine Rolle spielen können. Die Liste für Gründe ist lang – und sehr individuell.

«Nur» extrem müde oder ausgebrannt?
Typische Alarmsignale für ein Mama-Burnout, die oft in Verbindung miteinander auftreten:

Erschöpfung
Du fühlst dich leer, am Ende Deiner Kräfte. Auch nach ein paar durchgeschlafenen Nächten oder nach einem Urlaub kommst Du nicht mehr richtig auf die Beine.

Gleichgültigkeit
Du bist emotional distanziert. Weil Dir Energie fehlt, bist Du weniger aufmerksam und legst nicht mehr so viel Wert darauf, was Deine Familie erlebt und empfindet.

Identitätskrise
Du gehst nicht mehr in der Elternrolle auf. Du fühlst Dich nicht als gute Mutter, hast Schuldgefühle, verurteilst Dich und wertest Dich selbst ab.

Erhöhte Reizbarkeit
Du bist nah am Wasser gebaut und fühlst Dich überwältigt von kleinen, alltäglichen Aufgaben. Du willst Dich am liebsten nur noch verkriechen.  

Mentaler Stress äussert sich bei jeder und jedem unterschiedlich. Weitere Symptome können Schlaflosigkeit, nicht richtig abschalten zu können, innere Unruhe oder Leere, Panikzustände, angespannte Muskulatur, ein schwaches Immunsystem, Launenhaftigkeit, innere Abwertung, Kopfschmerzen oder andere unklare körperliche Beschwerden sein. Wenn sich davon viele dauerhaft häufen, ist es möglich, dass Du an einem Burnout leidest. Der Weg in die Erschöpfung ist ein schleichender Prozess. Daher ist es wichtig, auf die Warnsignale des Körpers zu hören und frühzeitig zu reagieren. Es ist ein Krankheitsbild, das nicht zu unterschätzen ist – es betrifft letztlich die gesamte Familie.

Wenn die hier angesprochenen Symptome auf Dich zutreffen, dann kannst Du z.B. diesen Selbsttest zum Download machen und Dein aktuelles Burnout-Risiko herausfinden. Je eher Du Dir Unterstützung suchst, desto besser kann die Krankheit abgefangen oder sogar verhindert werden.

Etwas muss sich ändern
In welchem Stadium sich eine Burnout-Betroffene auch befindet, eins ist klar: Weiter machen wie bisher geht nicht mehr. Und einfach die Tasks links liegen zu lassen und in einen Wellness-Urlaub zu verschwinden, hilft ebenso wenig. Nachhaltig wirksam ist es nur, wenn die Betroffene lernt, Herrin über ihren Stress zu werden, um zukünftiger Überforderung selbständig gegenzusteuern. Wesentliche Fragen, die es für eine ausgebrannte Mutter zu klären gilt, sind: Was stresst mich? Und wie kann ich dem entgegenwirken? Es geht darum, Energieräuber ausfindig zu machen, diese selbstwirksam zu eliminieren und Kraftquellen für den Alltag zu finden.

Was bei einem Mama-Burnout auch helfen kann:

1

—Perfektionismus ablegen: Mal fünfe gerade sein zu lassen, tut gut. Mit Kind kann nicht immer alles laufen, wie man sich das in den Kopf gesetzt hat. Erwartungen runterschrauben, kann enorm zur Entspannung beitragen. Es ist halb so wild, wenn die Wäsche mal liegen bleibt und das Kind mit fleckiger Hose in den Chindsgi geht.

2

—Andere/Partner:in miteinbeziehen: Vernetz Dich mit anderen Eltern. Vielen wird es genauso gehen, wie Dir und Du profitierst von ihren Erfahrungen und Tipps. Wenn man sieht, dass es anderen ähnlich geht, hilft das, sich nicht selbst zu verurteilen.

Sprich auch offen in Deiner Beziehung, mit Familienangehörigen, Freund:innen darüber, wie es Dir geht. Findet Lösungen wie Du Aufgaben delegieren kannst. Du bist nicht allein für alles verantwortlich! Auch nicht als Alleinerziehende.

3

—Me-Time einrichten: Im frühen Stadium kann man sich als Betroffene selbst helfen, indem man bewusst Ruhezonen in den Alltag integriert. Sich selbst wieder wichtig nehmen und öfter mal eine Pause zu machen, ist das beste Rezept, um dauerhafter Erschöpfung vorzubeugen – z.B. mit Yoga, Meditation, Lesen oder anderen Dingen, die Ruhe in den Alltag bringen.

4

—Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn die Versuche zur Selbsthilfe nach 2-3 Monaten keine Besserung bringen, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie zu suchen. Sie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, die/der eine Überweisung zu einer Fachperson vornehmen kann.

Weitere Infos zum Thema hier beobachter.ch.

Das Ideal der aufopfernden Mutter ist überholt.

So unbequem dieses Thema auch ist, bedarf es mehr Wahrnehmung. Die enorme Belastung der Mutterschaft muss mehr Anerkennung finden und aus der Tabuzone rutschen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die suggeriert: Du kannst alles haben – und wenn es nicht funktioniert, liegt es an Dir. Letztendlich liegt es aber an den Strukturen, in denen wir leben. Als Mutter sollten wir uns nicht aufopfern müssen oder unter Druck fühlen. Mental gesund zu bleiben und gut auf sich zu achten, sind die Grundpfeiler, um seine Kinder durch Entwicklungsphasen in ein selbständiges erfülltes Leben zu begleiten. Denn nur wenn es Mama gut geht, geht es schliesslich auch den Kindern gut.

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